33. Jahrestag des Giftgasangriffs auf die kurdische Stadt Halabja/Helebce
Am 16. März 1988 wurde die Stadt Halabja/Helebce in Kurdistan-Irak vom Regime des irakischen Diktators Saddam Hussein mit chemischen Waffen angegriffen.
Rund 5000 Menschen starben, weitere Tausende wurden verletzt, viele müssen bis heute unter den Folgen leiden. Der Angriff erfolgte im Rahmen der Al-Anfal-Kampagne, die sich gegen die im Irak lebenden Kurdinnen und Kurden richtete. Bei diesem Vernichtungsfeldzug des Saddam-Regimes wurden ca. 400.000 Menschen verschleppt, ca. 180.000 Menschen wurden getötet oder verschwanden spurlos.
Die Bilder der Giftgasopfer von Halabja haben sich fest ins Gedächtnis der kurdischen Bevölkerung eingegraben.
Wir gedenken voller Trauer der Opfer und Hinterbliebenen und richten zugleich unseren Blick auf die Lehren, die zu ziehen sind. Solche Grausamkeiten dürfen sich nie mehr wiederholen.
Zahlreiche deutsche Firmen und andere europäische Konzerne waren an der Herstellung des tödlichen Giftgases, das bei dem Angriff eingesetzt wurde, beteiligt. Bereits seit 1984 war die Bundesregierung durch westliche Geheimdienste über die Rolle deutscher Firmen beim Bau der irakischen Giftgaslabore informiert. Dennoch liefen die Exporte weiter.
Doch die späteren Verfahren in Deutschland verliefen im Sande. Nach 1990 wurde insgesamt gegen 22 Angestellte von zehn deutschen Firmen ermittelt – am Ende standen nur drei kurze Bewährungsstrafen. Entschädigungen zahlte niemand. Auch die irakische Zentralregierung hat bisher keine Entschädigungszahlung geleistet.
Die Bundesregierung bleibt aufgefordert, einen signifikanten Beitrag dafür zu leisten, das Leiden der Betroffenen zu lindern, und sich am Wiederaufbau der Stadt zu beteiligen.






