Die Kurden können auf eine rd. 5.000jährige Geschichte zurückblicken, die durch archäologische Funde und historische Quellen dokumentiert ist. Dies zeigt auch die Entwicklung des Begriffs "Kurde".

Mythische Geschichte:

Noah mit der Arche landet auf dem Berg Djebel Djudi in Kurdistan. Tamanin, das erste Dorf nach der Sintflut in Bothan, wird gegründet. Könige der Bergvölker übernehmen im Zweistromland die Herrschaft.

2637-2582 v.Chr.

Sargon I. von Akkad (Begründer der ersten Semit-Dynastie in Mesopotamien; manche behaupten, daß diese Dynastie zwischen 2350-2292 geherrscht hat, erobert Gutium, Kirkuk, Arbil und Diarbakir. Sein Reich reicht von Syrien und Kleinasien, bis zum Zagros-Gebirge.

2530 v.Chr.(od.zw.2200-2164?) 

Naramsin, König der Akkad (Stadt in Nord Babylonien), besiegt die Lulubu am "Heidenpaß"

2500-2300 v.Chr.

Die Guti beherrschen Babylonien und setzen eigene Könige ein.

Um 2000 v.Chr.

Die Kardaka in Keilschrifttexten erwähnt.

Einwanderung der indogermanischen Hethiter und Beginn der sprachlichen Indogermanisierung des Zagros.

1800-1500 v.Chr.

Erstes hethitisches Großreich, das weite Gebiete Kleinasiens umfaßt.

1746-1171 (oder 1530-1155?) v.Chr.

Kassitenherrschaft in BabyIon (Kardunasch). Die Kassiten waren ein Volk im Südwesten des Zagros-Gebirges. Nach dem Sturz der Dynastie zogen die Kassiten sich wohl wieder in das Zagros-Gebirge zurück. Sie wurden von Alexander d.Gr.324/323 v.Chr. vorübergehend unterworfen.

Um 1700 v.Chr.

Hammurabi besiegt nördliche Bergvölker.

1600 v.Chr.

Babylon wird von den Hethitern erobert.

1450-1200 v.Chr.

Zweites hethitisches Großreich, das wiederum bis Syrien reicht.

Um 1400 v.Chr.

Einwanderung iranischer Stämme in den heutigen Iran.

1286 v.Chr.

besiegten die Hethiter unter Huwatalis II. bei Kadesh (Südostanatolien=Kadis) das Heer des ägyptischen Pharaos Ramses II. In diesem Zeitraum breitet sich auch die mykenische Kultur (die Bronzezeit Griechenlands) an der kleinasiatischen Küste aus.

Um 1240 v.Chr.

wird das Hethiterreich durch den Einfall der Völker aus Südosteuropa in Kleinasien vernichtet.

1200 v.Chr.

Gründung des Urartäerreiches (Urartäer waren die Bewohner des alten Urartu=Berg Ararat) in Ostanatolien (Hauptstadt Tuschpa/Van). Dieses Reich wird 585 v.Chr. von den Skythen zerstört.

Um 1000 v.Chr.

Heder und Perser(iranische Stämme) sickern in den Nordzagros ein; Zarathustra wird in Nordostkurdistan geboren.

900-700 v.Chr.

Die Guti-Kurden nehmen das Hedische an; Armenier dringen von Westen her in das Ararat-Gebiet ein.

880 v.Chr.

Die Chald-Kult von Ardinis breitet sich in Urartu aus.

Im 835 v.Chr.

Erste Erwähnung der Meder in einer Inschrift.

Im 722 v.Chr.

Medisches Reich im Nordwestiran.

Im 714 v.Chr.

Sargon 11. zerstört Mussassir-Ardinis.

Um 700 v.Chr.

Gründung einer persischen Monarchie durch Achaimenes.

Um 625 v.Chr.

Gründung eines medischen Großreichs durch Kyaxares.

612 v.Chr.

Niniveh, die Hauptstadt von Assyrien, wird von den Medern erobert.

600 v.Chr.

Auftreten Zarathustras in Iran

Um 550 v.Chr.

Sturz des medischen Reiches durch Cyrus d.Gr., des Herrschers der Achämeniden.

Um 538 v.Chr.

Cyrus d.Gr. erobert Babylon und gründet das persische Weltreich der Achämeniden.

522-519 v.Chr.

Aufstände von Darius I. niedergeschlagen.

401 v.Chr.

Xenophon überquert mit den "Zehntausend" das Kardukhen-Gebirge.

333 v.Chr.

Das kurdisches Gebiet wurde durch Alexander erobert, der achämenidischen König besiegte.

330 v.Chr.

Endgültiger Sturz des Achämenidenreichs durch Alexander d. Gr.

250 v.Chr.

Gründung des Parthischen Königreiches im Iran (Arsakiden Dynastie), welche bis 224 n.Chr. dauerte.

Um 150 v.Chr.

Vormacht der Parther in Vorderasien unter Mithradates I.

80 v.Chr.

König Tigranes von Armenien besetzt "Gorduene". Beginn der römischen Kolonisierung.

63 v.Chr.

König Mithradates v. Pontus, von den Römern besiegt, nimmt sich das Leben.

Um 170 n.Chr.

Die Armenier besetzen Nord-Kurdistan.

226 n.Chr.

Gründung des Sassanidischen Imperiums im Iran.

240 n.Chr.

Öffentliches Auftreten des Mani (Religionsstifter)

300-617 n.Chr.

Krieg zwischen Ostrom und den Parthern.

309-379 n.Chr.

Schapour II. Herrscher im Sassanidenreich.

529-578 n.Chr.

Khosraw Anoschirwan Herrscher im Sassanidenreich

621 n.Chr.

Gründung der neuen Religion des Islam.

639-645 n.Chr.

Einmarsch des arabischen Heeres in die kurdischen Gebiete, und blutige Auseinandersetzung zwischen den Kurden und den neuen islamischen Invasoren.

Um 650 n.Chr.

Sturz und Tod des letzten Sassaniden-Königs, Yazdigerd III.

700-900 n.Chr.

Gewaltsame Islamisierung der Kurden. Zum Islam übergetreten, leisten die Kurden einen eigenständigen und wichtigen Beitrag zur islamischen Zivilisation, vor allem auf militärischem und künstlerischem Gebiet.

Um 700 n.Chr.

Erstes Schriftstück in kurdischer Sprache. Ein kurzer Text in Versform schildert die Greuel, die während der Zeit der arabischen Invasion begangen wurden: Zerstörung der Feuertempel, Verfolgung der Mazdeismus- bzw. Zoroastrier, der Religionen, zu deren sich die Kurden seit der Zeit der Meder bekannten. Auswanderung der Zoroastrier nach Indien.

765 n.Chr.

Ein kurdischer Musiker aus Mossul, Ibrahim Mousseli (Mawsili), 743-806, führt die Musik, die bis dahin im Islam verboten war, am Hof Harun-al-Raschids ein und gründet das erste Konservatorium für islamische Musik, das sein Sohn Ishaq weiterentwickelt und in einem Lehrbuch festhält. Einer ihrer Schüler, Ziriyab, auch ein Kurde, läßt sich am Hof von Cordoba nieder, gründet dort eine Schule und verbreitet die Lehre seiner Meister in Spanien und im Maghreb (Marokko).

900-1200 n.Chr.

Unabhängige kurdische Fürstentümer werden gegründet.

Um 930 n.Chr.

Der zoroastrische Soldatenführer Mardawidj wird Herr über den westlichen Iran.

950 n.Chr.

Schadadiden-Dynastie im Norden Kurdistans. (Hauptstadt Gandjeh von 951-1174).

959 n.Chr.

Hassanwaih aus dem Stamm Barzikani (Barzan) begründet die kurdische Dynastie der Hassanwaihiden (959-1015).

990 n.Chr.

Kurdische Dynastie der Marwaniden (990-1096).

1000 n.Chr.

Endgültiger Rückgang des Zoroastrismus im Iran.

1037 n.Chr.

Gründung der Seldschuken-Dynastie im Iran, welche für das Schicksal der Kurden eine große Rolle gespielt hat.

1075 n.Chr.

Scheikh Adi Ibn Mosafir, Begründer der Religiossekte der Yezidi, wird in Kurdistan (Kermanschah) geboren.

1126n.Chr.

Eroberung der armenischen Hauptstadt Ani, durch die kurdische Schadadiden-Dynastie.

1117-1157 n.Chr.

Unter dem Seldschuken-König Sultan Sandjar wird der Name Kurdistan erstmals offiziell genannt.

1137/38 n.Chr.

Sultan Salahodin, der große Kurde, wird als Sohn des Nadjmodin Ayub in Takrit, im Arbil-Gebiet in Kurdistan, geboren.

1167 n.Chr.

Aufstieg des Sultan Salahodin, Sohn des Ayub, und Gründung der kurdischen Dynastie der Ayubiten. Diese Dynastie herrscht von 1169-1250 über den gesamten islamischen Mittleren Osten.

1187 n.Chr.

Eroberung Jerusalems durch Salahodin und Beginn des dritten Kreuzzugs.

1193 n.Chr.

Tod von Sultan Salahodins in Damaskus und Aufteilung des Ayubiten-Reichs durch seine Nachfolger.

1242-1245 n.Chr.

Einbruch der Mongolen in Anatolien, Vernichtung der seldschukischen Armee durch die Mongolen, Eroberung großer Teile Kurdistans und Beseitigung des Khalifen von Baghdad durch Hülakku Khan Mongol.

1299 n.Chr.

Zerfall des Seldschukiden-Reichs in 18 unabhängige Kleinstaaten.

1302 n.Chr.

Sieg Osmans über die Byzantiner in der Schlacht von Bapheos.

1300-1450 n.Chr.

Wiederherstellung der kurdischen Fürstentümer nach dem Ansturm der Mongolen. Das kurdische Kulturleben blüht an den Höfen von Bitlis, Hakkari und Bohtan auf.

1453 n.Chr.

Eroberung von Konstantinopel durch den osmanischen Herrscher Sultan Mohammad II.

1470 n.Chr.

Turkmenendynastie Aq-Quinlou (von „weißer Hammel“) und Ausrottungspolitik gegen die kurdischen Dynastien.

1500-1820 n.Chr.

Kurdistan als Schauplatz der Kämpfe zwischen Osmanen und Persern.

1501 n.Chr.

Gründung der Safaviden-Dynastie im Iran durch Schah Ismail und Versuch, die Kurden im iranischen Teil Kurdistans zu unterwerfen.

1514 n.Chr.

Schlacht von Tschaldyran (Tschaldoran- Ort im Norden-Kurdistans) zwischen dem osmanischen Sultan Selim I. und dem Safaviden-Schah lsmail. Der großte Teil Kurdistans wird dem osmanischen Reich einverleibt. Sultan Selim verpflichtet sich, die "kurdischen Staaten" anzuerkennen und sich nicht in ihre inneren Angelegenheiten einzumischen. Zum ersten Mal wird Kurdistan praktisch geteilt.

1596 n.Chr.

Amir Scharaf Khan Bitlisi, Fürst von Bitlis, beendet sein Buch Scharafnameh (Die Zeugnisse der kurdischen Nation), den ersten vollständigen Überblick über die kurdische Geschichte.

1639 n.Chr.

Nach dem Vertrag von Zuhab zwischen Osmanen (Sultan Morad IV) und Persern (Schah Safi), welcher in der Kleinstadt Qasr-Schirin unterzeichnet wurde, wird die Grenze offiziell mitten durch Kurdistan gezogen.

1695 n.Chr.

Der 1695 geborene Ahmadi Khani, Dichter, Philosoph und Linguist, ruft mit Hilfe seines Hauptwerks (Buches) Mamo-Zin, eines nationalen Heldengedichts, zum Aufbau eines vereinigten Nationalstaats Kurdistan auf.

1732 n.Chr.

Die Perser erhalten die westlichen Provinzen zurück und 1736 werden die alten Grenzen von 1639 wiederhergestellt.

1748 n.Chr.

Karim Khan Zand (geb. 1698 oder 1704 gest. 1778), ursprünglich ein Kurde aus Harssin, Iranisch-Kurdistan, gründet die Zand-Dynastie im Iran.

1794 n.Chr.

Die Zand-Dynastie wird von Agha Mohammad-Khan Qadjar (Qadjaren-Dynastie) gestürzt.

19. Jahrhundert: Einmischung der Hohen Pforte, des Osmanischen Reichs, in die kurdischen Angelegenheiten. In ihren Vorrechten bedroht, erheben sich die kurdischen Fürsten, allerdings in unkoordinierten Aufständen.

1806 n.Chr.

Revolte des Abdulrahman Pascha von Suleimania.

1818 n.Chr.

Beginn des russischen Einflußes und Aufstand des kurdischen Stammes Bilbas.

1826 n.Chr.

Beginn der Entmachtung der kurdischen Fürsten von Dereh Bey (Beg) durch den osmanischen Sultan Mohammad II.

1828 n.Chr.

Ende des Russisch-Persischen Krieges (Vertrag von Turkmantschai, Gebietverluste an Rußland). Auswanderungswelle von armenischen und assyrischen Christen sowie von Kurden nach Rußland, Ansiedlung der Assyrer und der Kurden bei Erivan.

1830 n.Chr.

Revolte des Mir Mohammad (bekannt als Miri Kora) von Rawanduz.

1843-47 n.Chr.

Revolten des Badir Khan Beg von Djazireh und des Nurallah Beg von Hakkari und in diesem Zusammenhang erster armenisch- bzw. assyrisch-kurdischer Konflikt.

1853-55 n.Chr.

Revolte von Yazdan Schähr.

1877/78 n.Chr.

Russisch-osmanischer Krieg ermöglicht die Aufstände in den Provinzen Hakkari und Bohtan sowie des kurdischen Stammes Hammawand.

1880 n.Chr.

Revolte des Scheikh Ubeidullah Schamdinan von Nehri und Belagerung von Urmiyeh im iranischen Kurdistan (in manchen Quellen wird dieser Aufstand als der erste kurdisch-nationalistische Aufstand bezeichnet).

1890/91 n.Chr.

Versuch des Schakir Pascha zur Gründung der irregulären "kurdischen Hamidia-Truppen".

1894-1895 n.Chr.

Blutige Zusammenstöße zwischen Armeniern und Teil der Kurden in Sassun sowie kurdischer Aufstand von Hakkari gegen Sultan Hamids Politik.

1897/98 n.Chr.

Gründung des ersten kurdischen Nationalkomitees und Zeitung "Kurdistan". Diese Zeitung (Zeitschrift) versucht, die Idee der kurdischen nationalen Befreiung zu verbreiten.

1900 n.Chr.

Mulla Mustafa Barzani geboren.

1905:

Aufstand des Schekkak-Stammes in Iranisch-Kurdistan gegen die Zentralregierung und gleichzeitige Bildung mehrerer Selbstverwaltungsräte in den kurdischen Gebieten, wie in Saqqiz, Mahabad und Kermanschah, durch Qazi Fatah, einen kurdischen Gelehrten aus der Qazi-Familie.

1908:

Die Jungtürkische Revolution: In Konstantinopel Proklamation einer Verfassung, die für alle Nationalitäten des osmanischen Reichs Gleichheit verkündet. Aber ab 1909 praktizieren die Jungtürken eine repressive Politik in bezug auf die nichttürkischen Völker (Albaner, Armenier, Kurden u.a).

1909:

Empörung der Milli-Kurden (liberale Kurden) unter Ibrahim Pascha und Gründung mehrerer kurdischer Komitees und Zeitungen, welche kurz danach verboten wurden.

1913:

Vereinbarung eines Grenzberichtigungsprotokolls in Istanbul, das von Iran, der Türkei, Rußland und England unterzeichnet wurde.

1913-1914:

Aufstand von Betlis und Aufstand in Süd-Kurdistan unter Führung von Scheikh Abdul-Salam Barzani; zwei wichtige Ereignisse vor Beginn des 1. Weltkrieges.

1915:

Beginn der türkischen Armeniermassaker, die Badirkhaniden versuchen die Befreiung von Bitlis.

1916:

Alliierte Geheimverträge über die Aufteilung des Osmanischen Reichs und Kurdistans (Sykes-Picot-Abkommen). Beginn der Deportation von 700.000 bis 1.000.000 Kurden nach Westanatolien.

1918:

Februar 1918, 14-Punkt-Programm zur Selbstbestimmung der Völker, proklamiert durch den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson.

3.3.1918:

Ermordung des assyrischen Führers Har Schimon Benjamin XXI. durch lsmail Agha Simtko, den kurdischen Rebellenführer im iranischen Kurdistan.

1918:

Am 30.0kt.1918 wurde das osmanische Reich, das auf der Seite Deutschlands im I. Weltkrieg gekämpft hatte, besiegt und musste vor den Alliierten kapitulieren.

1919:

Anti-kemalistische Aktion der Kurdenführer in Malatia.

1919-1920:

Erster kurdischer Aufstand gegen die britischen Besatzer im südlichen Kurdistan. Von Scheikh Mahmoud Barzandjeh angeführt, zielt diese Bewegung auf die Schaffung eines "freien und einheitlichen Kurdistan.

19.-26.April 1920:

Konferenz von San Remo. Die zahlreichen Verträge, die während des Krieges von den Alliierten über die Verteilung des Nahen Ostens geschlossen wurden, werden entsprechend den neuen Machtverhältnissen revidiert. Großbritannien läßt sich das Mandat über den arabischen Irak und das kurdische Vilayet von Mossul zuteilen, Frankreich wird dafür zu 25% an der Ölproduktion im Gebiet von Mossul beteiligt. Es bleibt die Möglichkeit offen, in den Gebieten, die wieder russisch werden mußten, einen armenischen und einen kurdischen Staat zu gründen.

10.August 1920:

Der Friedensvertrag von Sevres rechnet die Kurden zu den "befreiungswürdigen Völkern". Der Vertrag von Sevres, abgeschlossen zwischen den Alliierten und der Hohen Pforte, bestätigt die endgültige Aufteilung, die schon in San Remo beschlossen worden war. Im Teil III (Art. 62-64) empfiehlt er die Schaffung eines kurdischen Staates auf einem Teil des kurdischen Gebietes.

1920:

Revolte von Ismail Agha Simtko im iranischen Kurdistan, welche bis 1930 dauerte.

23.Aug.1921:

Sir Percy Cox, britischer Hochkommissar in Mesopotamien, setzt den Emir Faisal (Sohn des Sherifs von Mekka) , den die Franzosen aus Syrien verjagt hatten, als irakischen König ein. Die Kurden von Mossul boykottieren massiv das Plebiszit, das für die "Wahl" von Faisal organisiert worden war.

20.0kt.1921:

Französisch-türkischer Vertrag von Ankara. Frankreich annektiert zu Syrien - das unter seinem Mandat steht - die kurdischen Provinzen Djazireh und Kurd-Dagh.

1923:

Zweiter Aufstand von Scheikh Mahmoud. Er ernennt sich zum "König von Kurdistan" und nimmt Verbindung mit dem Anführer der Kurden im Iran, Simtko, auf, der seit 1920 gegen die persische Herrschaft kämpft. Diese Bewegung wird von der britischen Armee niedergeschlagen und der Scheikh wurde nach Indien verbannt.

24. März 1923:

Vertrag von Lausanne zwischen der Regierung Kemal Atatürk (Ankara) und den Alliierten, der den Vertrag von Sevres wieder aufhebt und die Annektierung des größten Teils von Kurdistan durch den neuen türkischen Staat absegnet.

3. März 1924:

Eine Verordnung verbietet alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Veröffentlichungen und gleichzeitig die religiösen Bruderschaften und medressas. Das erste türkische Parlament, unter dessen Mitgliedern auch 72 Repräsentanten Kurdistans waren, wird aufgelöst.

Februar-April 1925:

Aufstand des Scheikh Said Piran im türkischen Kurdistan.

16.Dez.1925:

Der Rat des Völkerbundes stimmt - auf die britische Forderung hin - der Annektion des südlichen Kurdistan (Mossul) durch den irakischen Staat zu.

1926:

Grenzziehung zwischen der Türkei und dem Irak.

August 1927:

Gründungskongreß von Khoyboun (Unabhängigkeit), nationale kurdische Liga. Diese Organisation, umfaßt alle kurdischen Gruppierungen, Parteien und Organisationen, die nach dem 1. Weltkrieg gegründet wurden.

1928:

Die gesamte zivile und militärische Verwaltung des türkischen Kurdistan wird unter die Kontrolle des "Generalinspekteurs des Ostens" gestellt, des türkischen Hochkommissars für Kurdistan. Fast überall in den kurdischen Provinzen brechen Aufstände aus.

1930:

Eine große Widerstandsbewegung organisiert sich unter der Führung von Khoyboun in der Gegend um den Berg Ararat. Die Türkei und der Iran schließen einen Pakt, um sie niederzuschlagen (Januar 1932).

Juni 1930:

Simtko, der Anführer der Kurden im Iran, der seit 1920 gegen die Zentralregierung gekämpft hat, wird bei Verhandlungen mit den Repräsentanten Teherans ermordet.

Herbst 1931:

Neuer Aufstand im iranischen Kurdistan unter der Führung Bruder des ermordeten Simtko.

1931:

Von den Engländern aus Indien zurückgeholt., ruft Scheikh Mahmoud wieder zum Aufstand im irakischen Kurdistan auf. Er wird niedergeschlagen, von ihnen gefangengenommen und in Baghdad unter Hausarrest gestellt. Daraufhin erheben sich die irakischen Kurden, diesmal unter der Führung von Scheikh Ahmad Barzani und Mulla Mustaf, Barzanis Bruder. Die britische Luftwaffe greift kurdische Dörfer an.

Mai 1932:

Ankara verkündet ein Gesetz zur Deportation und Versprengung der Kurden. Hehrere hunderttausend Kurden werden nach Zentral- oder Westanatolien deportiert.

1933:

Neuer kurdischer Aufstand im Irak unter Führung der Barzanis (Scheikh Ahmad und sein Bruder Mulla Mustafa).

1936-1938:

Aufstand von Sayyed Reza Dersimi in Türkisch-Kurdistan.

1937:

Sa'adabad-Vereinbarung in Teheran zwischen Afghanistan, Iran, Irak und der Türkei, in der u. a. die Bekämpfung der Befreiungsbewegungen vereinbart wurde.

1939:

Gründung der kurdischen Organisation Hiwa in Irakisch-Kurdistan.

1941:

Besetzung Irans durch die alliierten Truppen, Absetzung des iranischen Diktators Reza Schah und Freilassung aller politischen Gefangenen, unter anderen der kurdischen politischen Gefangenen.

16.9.1942:

Gründung der Organisation Kummaleh-i J.K.(Jiyanawey Kurd) in der nicht okkupierten Region in Iranisch-Kurdistan.

1943-1945:

Ständige Bombardierung Irakisch-Kurdistans durch die britische Luftwaffe und massiver Widerstand der Barzanis.

16.8.1945:

Gründung der Demokratischen Partei Kurdistan Iran in Mahabad und breite Bewegung unter den Kurden für Selbstverwaltung in den kurdischen Regionen.

17.12.1945:

Die kurdische Fahne wird auf dem Justitzgebäude in Hahabad gehisst.

22. Jan. 1946:

Proklamation der autonomen Regierung in Kurdistan. Die Mahabad-Republik bestand unter ihrem Präsident und Vorsitzenden der DPK Qazi Mohammad für ein Jahr.

17.12.1946:

Einmarsch der Militäreinheiten der Zentralregierung in Mahabad ohne Zwischenfall.

21.12.1946:

Festnahme der Qazis (Qazi Mohammad und Seif-e Qazi) in Mahabad.

31.3. 1947:

Hinrichtung von Qazi Mohammad, Sadr-e Qaz und Seif-e Qazi auf dem "Tschuwar Tschera-Platz" in Mahabad.

Mai-Juni 1947:

Barzanis Kampf und Flucht gegen die Militäreinheiten der iranischen Zentralregierung, wobei es ihm und 600 Mitkämpfern gelang sich in die UdSSR durchzuschlagen.

19. Aug. 1953:

Sturz der liberal-demokratischen Regierung von Dr. Mossadeq im Iran durch den vom CIA organisierten Putsch und Wiederherstellung des Polizeistaats des Schah-Regimes, was eine massive Verfolgung aller oppositioneller Gruppen u. a. der Kurden im Iran zur Folge hatte.

Nach: Dr. Golmorad Moradi, Heidelberg: Chronologie der kurdischen Geschichte, Mytische Geschichte - 1953. Aus: "Ein Jahr autonome Regierung in Kurdistan - Die Mahabad-Republik 1946-1947", Bremen 1992