Termin-Hinweis vom 18.03.2019

Fachtagung: „Die Kurden – ein Volk ohne Staat“

Eine Kooperationsveranstaltung der Evangelischen Akademie im Rheinland und NAVEND - Zentrum für Kurdische Studien e.V.

04.05.2019

Haus der Kirche in Bonn, Adenauerallee 37, 53113 Bonn

Die Kurden haben zuletzt maßgeblich zum Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) beigetragen. Doch wer sind die Kurden eigentlich, woher kommen sie, und welche Perspektiven haben sie?

Die Kurden gelten als weltweit größte Volksgruppe ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet, das sich über die Türkei, Syrien, Irak und Iran erstreckt, wird als Kurdistan bezeichnet. Schätzungen zufolge leben in diesen Gebieten zwischen 40-45 Millionen Kurden. Darüber hinaus existieren kleinere Gruppen insbesondere auch im Libanon, Armenien, Aserbeidschan und anderen ehemaligen GUS-Staaten.

Die kurdische Sprache mit verschiedenen Dialekten gehört zu den indoeuropäischen Sprachen, und zwar zum nordwestlichen Zweig der iranischen Sprachen. Bei den Kurden sind verschiedene religiöse Bekenntnisse vertreten. Bereits im Osmanischen und im Persischen Reich gab es bedeutende kurdische Fürstentümer. Doch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich eine moderne kurdische Nationalbewegung. Bis heute blieb den Kurden jedoch ein eigener Staat verwehrt.

Ihre Bereitschaft, für ihre Selbstbestimmung zu kämpfen, hat sie in der Geschichte immer wieder zwischen die Fronten geraten lassen. Die Grenzziehung zwischen den Nachfolgestaaten des Osmanischen Reichs folgte primär den Machtinteressen der damaligen Groß- und Kolonialmächte. Die Siedlungsgebiete der Kurden wurden so unter mehreren neugeschaffenen Staaten aufgeteilt. Die neuen Grenzen unterbrachen bestehende familiäre und wirtschaftliche Bindungen.

Die Veranstaltung soll im Einzelnen Aufschluss über den "Kurdenkonflikt" und die aktuelle Lage in den Kurdengebieten geben. Beleuchtet werden soll auch die Situation kurdischer Migranten in Deutschland und die deutsche Kurdenpolitik.