Trauer um Dr. Norbert Blüm
Am 23.04.2020 ist der christdemokratische Politiker Dr. Norbert Blüm im Alter von 84 Jahren in Bonn verstorben. Er gehörte lange dem Deutschen Bundestag an und war 16 Jahre lang (von 1982 bis 1998) Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.
Dr. Norbert Blüm war nicht nur ein prägender Sozialpolitiker, sondern ein charakterstarker Politiker mit Herz, der einen festen moralischen Kompass hatte. Empathisch und kämpferisch setzte er sich für die Schwachen in der Gesellschaft ein, auch wenn dies nicht dem Zeitgeist entsprach. Er war bodenständig, humorvoll und nah an den Menschen.
Er engagierte sich bis ins hohe Alter besonders für Menschenrechte und für Flüchtlinge. 2016 – er war bereits 80 Jahre alt – verbrachte er eine Nacht im improvisierten Flüchtlingscamp Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze, wo damals 40 000 Flüchtlinge in Starkregen und Kälte festsaßen. Er warf Europa in der Flüchtlingskrise „moralische Insolvenz“ vor.
Unvergessen ist sein Engagement während der kurdischen Flüchtlingstragödie 1991. Damals noch Bundesarbeitsminister, flog er in die kurdischen Berge und berichtete in der Tagesschau: „Die Kinder sterben in der Nacht, ein Volk wird ermordet.“ Er reiste mehrfach in die kurdischen Gebiete und unterstützte dort Hilfsprojekte. Als „NAVEND – Zentrum für Kurdische Studien e.V.“ ihn im Jahr 2000 bat, Mitglied im Kuratorium unseres Vereins zu werden, sagte er sofort zu. Wir verlieren einen wichtigen Unterstützer und zähen Streiter für die Belange der Kurden.
Bis zuletzt hat er sich leidenschaftlich und mahnend in politische Debatten eingeschaltet. Der Mensch und Politiker Dr. Norbert Blüm wird uns fehlen.
Unser Beileid gilt seinen Angehörigen, Freunden und Weggefährten. Wir werden ihn nicht vergessen.



