Syrische Truppen bombardieren kurdische Viertel in Aleppo
Seit dem 6. Januar 2026 greifen militärische Einheiten der syrischen Übergangsregierung die Stadtteile Șȇxmeqsȗd (Sheikh Maqsood) und Eşrefiy (Ashrafiyeh) in Aleppo, der zweitgrößten Stadt Syriens an.
Diese Angriffe mit Panzern, Artillerie und Drohnen richten sich auf zivile Ziele. Es handelt sich um die schwersten Kämpfe seit dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024.
Dort wohnen ca. 600 000 Kurden, darunter auch zahlreiche ȇzidische Familien und kurdische Binnenflüchtlinge aus dem von der Türkei seit 2018 besetzten Gebiet in und um Afrin. Ebenfalls bedroht sind dort lebende christliche Familien. Nach UN-Angaben wurden bisher mindestens 5 Zivilisten getötet und 30 000 Menschen vertrieben. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht inzwischen von mindestens 12 getöteten Menschen und 60 Verletzten. Die Einfuhr von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe wird blockiert. Das syrische Militär erklärte die beiden Stadtviertel ab 8. Januar 2026, 15 Uhr (Ortszeit) zu „militärisch gesperrten Zonen“. Die Zivilbevölkerung wurde aufgefordert, diese zu verlassen.
Zu den militärischen Einheiten gehören auch die 62. Brigade (Suleiman Shah-Emshat), die 72. Brigade (Sultan Murad), die 76. Brigade (Hemzat) und die 86. Brigade (Noureddine Zangi), welche vormals an die „Freie Syrische Armee“ angeschlossen waren. Die dschihadistischen Milizen werden auch zum Teil von der Türkei finanziell und mit Ausrüstung (darunter 60 Panzer und Angriffsdrohnen) unterstützt. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass auch IS-Kämpfer an den Angriffen beteiligt sind (Quelle: Al Jazeera).
Es droht eine ethnische Säuberung und eine humanitäre Katastrophe. Humanitäre Hilfe und internationales Handeln sind dringend erforderlich. Die Versorgung der Zivilbevölkerung muss sichergestellt werden.
Die Kurden, die in ihrem heldenhaften Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) die Hauptlast getragen und damit die Welt geschützt haben, brauchen jetzt internationale Unterstützung.
Die Bundesregierung, die EU und die Weltgemeinschaft, auch die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) sowie die Liga der Arabischen Staaten müssen diese Angriffe deutlich verurteilen und ihren Einfluss geltend machen.




