Zum Inhalt
News-Eintrag vom 12.03.2022

Im Gedenken an die kurdischen Opfer in Qamishli/ Syrien 2004

Wir erinnern heute an die Opfer der brutalen Unterdrückungswelle in den kurdischen Städten und Siedlungsgebieten in Syrien, die vor 12 Jahren, am 12. März 2004, ihren Ausgangspunkt nahm.

Auslöser waren Übergriffe anlässlich eines Fußballspiels in der kurdischen Stadt Qamishli. Dabei provozierten zunächst Saddam-Anhänger und syrische Extremisten Zusammenstöße mit kurdischen Fans. Die Anhänger der einen Mannschaft (Al Dschihad) waren überwiegend Kurden, während die andere Mannschaft (Al Fatwa) hauptsächlich von Arabern unterstützt wurde. Letztere riefen Parolen pro Saddam Hussein und warfen vor dem Anpfiff des Spiels mit Steinen auf die kurdischen Fans von Al Dschihad und gingen mit Eisenketten gegen sie vor.

Statt für eine Deeskalation zu sorgen, stellten sich die Sicherheitskräfte auf die Seite der arabischen Provokateure. Bei dem Versuch der kurdischen Fans, aus dem Stadion zu flüchten, brach eine Massenpanik aus. An diesem Tag kam neun Personen ums Leben

Am folgenden Tag riefen Demonstranten in einem Trauerzug für die Opfer Parolen gegen Bashar-al-Assad, hissten kurdische Flaggen und warfen Steine auf eine Statue des verstorbenen Präsidenten Hafiz al-Assad.

Im Gefolge dieses Ereignisses gingen die Sicherheitskräfte mit aller Härte vor; Sicherheitskräfte schossen – offensichtlich vorsätzlich – auf kurdische Demonstranten, wobei es zu zahlreichen Toten und Verletzten kam. In den folgenden Tagen, als die Wut der kurdischen Bevölkerung explodierte und mit spontanen Protesten reagierte, kam es zu brutalen Übergriffen der syrischen Sicherheitskräfte und willkürlichen Festnahmen in mehreren kurdischen Städten und Siedlungsgebieten.

Auch anlässlich der Gedenkmärsche zum Jahrestag des Giftgasmassakers an Kurden in Halabja (Kurdistan-Irak) lösten syrische Sicherheitskräfte Veranstaltungen gewaltsam auf und schossen in die Menge.

Insgesamt wurden in dieser Zeit 500-1000 Personen festgenommen und insgesamt 200 Personen verletzt. In den kurdischen Siedlungsgebieten in Syrien wurde der Ausnahmezustand verhängt. Bewaffnete Trupps in Zivil verübten Übergriffe auf die kurdische Zivilbevölkerung; schwerverletzte Kurden wurden von Soldaten daran gehindert, sich in staatlichen Krankenhäusern und Kliniken medizinisch versorgen zu lassen.

Im Zuge der Verhaftungswelle, die vor allem in den kurdischen Städten wie z.B. Qamishli, Amude, al-Hasaka, Dêrik, Kobanî, Serê Kaniyê, Tirbespî und Afrin sowie den mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadtvierteln von Aleppo und Damaskus stattfand, kam es auch zu Folterungen. Ein Teil der Festgenommenen wurde später freigelassen, andere wanderten hingegen für lange Zeit ins Gefängnis.

Diese Übergriffe gegen die kurdische Bevölkerung standen damals in engem Zusammenhang mit den Entwicklungen im Irak. Seit dem Sturz Saddam Husseins wurden auch die Machthaber Syriens nervös. Die damals erfolgte Verabschiedung der irakischen Übergangsverfassung, welche den Kurden im Irak föderale Rechte zugestand, löste bei der politischen Klasse in Syrien Besorgnis aus. Auch innerhalb der kurdischen Bevölkerung in Syrien wuchs der Wunsch nach Demokratie und Selbstbestimmung.

NAVEND – Zentrum für Kurdische Studien e.V. 

Bornheimer Str. 20-22, 53111 Bonn
Tel: 0228 652900, Fax: 0228 652909
info@navend.de


Jede Spende hilft unserer Arbeit!

In unserer Arbeit setzen wir uns mit wichtigen Entwicklungen in allen Teilen Kurdistans auseinander und unterstützen Prozesse zur Verbesserung der Lage der Kurd*innen in ihrer Heimat. Seit unserer Gründung haben wir mit zahlreichen Veranstaltungen und Projekten viele drängende Themen aufgegriffen.

Weiterlesen

Beratung und Hilfe im Bereich Erziehung/ Bildung in Bonn

Wir bieten insbesondere für kurdische Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern Beratung und Unterstützung zu folgenden Themen an:

Studium, Schule, Erziehung, diesbezügliche Konfliktsituationen, Förder- und Nachhilfemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Schwierigkeiten im Alltag.
Man kann uns telefonisch, per Mail und per Chat kontaktieren. Oder kommt einfach vorbei!

Ansprechperson: Shirin Jamil
Sprechstunde: Di & Do: 14:00-16:00
Telefon: 015751166265 | 0228/652900
Mail: projekt@navend.de, info@navend.de

Hinweis in eigener Sache:

In der jetzigen Corona-Pandemie hoffen wir, dass es Euch/Ihnen und Euren/Ihren Familien gut geht.

Um niemanden zu gefährden, haben wir alle Veranstaltungen und Treffen bis auf Weiteres abgesagt. Unsere Geschäftsstelle ist von Montag bis Donnerstag von 9.00 – 17.00 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Wir bitten jedoch um vorherige Terminvereinbarung; auch ist ein Mund-Nasen-Schutz erforderlich.

Weiterlesen

Hinweise zum Umgang mit dem Corona-Virus auf Kurdisch

Informationen der Landesregierung NRW: Kurmancî

Mehrsprachige Information zum Umgang mit dem Coronavirus

Kurdischsprachiges Beratungsangebot in Köln-Vingst

Montags 13.00 – 15.00 Uhr
Kultur- und Bildungszentrum Köln e.V.
Olpener Str. 143, 51103 Köln-Vingst

Diese Beratung wird ehrenamtlich von Herrn Hasan Taschkale durchgeführt. Wir danken ihm für sein Engagement. Er hilft bei Alltagsfragen – ob zum Thema Schule, Behörden oder Beruf, durch Übersetzung, Gespräche oder gegebenenfalls den Verweis zu Fachberatungsstellen.

Infomaterial für Geflüchtete in kurdischer Sprache

Hier gibt es Informationen über Asylrecht, Asylverfahren und weitere hilfreiche Links.

Kurdische Lehrbücher für Kinder

Hier finden Sie die erste Auflage unser neuen Broschüre, die aktuelle Lehrmaterialien für den Kurdisch-Unterricht auflistet und kommentiert.


Schrift anpassen



Farbauswahl