Syrien

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Amnesty Report 2017 zu Syrien

Berichtszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016

Die am bewaffneten Konflikt in Syrien beteiligten Parteien verübten 2016 Kriegsverbrechen, schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und grobe Menschenrechtsverstöße, die nicht geahndet wurden. Regierungskräfte und die mit ihnen verbündeten russischen Streitkräfte führten 2016 wahllose Angriffe durch und griffen Zivilpersonen und zivile Einrichtungen mit Bomben und Artillerie an. Dabei wurden Tausende Zivilpersonen getötet oder verletzt.

Berichten zufolge setzten Regierungstruppen auch chemische Kampfstoffe ein. Die Regierungskräfte hielten langandauernde Belagerungen aufrecht, was dazu führte, dass die eingeschlossene Zivilbevölkerung keinen Zugang zu Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Versorgungsleistungen hatte. Sicherheitskräfte nahmen weiterhin Tausende Menschen willkürlich fest und inhaftierten sie. Viele von ihnen fielen dem Verschwindenlassen zum Opfer, andere wurden über lange Zeiträume hinweg in Gewahrsam gehalten oder in unfairen Gerichtsverfahren verurteilt.

Sicherheitskräfte folterten und misshandelten Gefangene systematisch, was zu Todesfällen führte. Darüber hinaus begingen sie rechtswidrige Tötungen wie außergerichtliche Hinrichtungen. Die bewaffnete Gruppe Islamischer Staat (IS) belagerte zivile Wohngebiete, verübte gezielte und wahllose Angriffe auf Zivilpersonen, setzte Berichten zufolge in einigen Fällen chemische Kampfstoffe ein und beging zahlreiche rechtswidrige Tötungen. Tausende Frauen und Mädchen wurden vom IS zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung versklavt und anderweitig misshandelt. Andere nichtstaatliche bewaffnete Gruppen belagerten und beschossen wahllos Gebiete, in denen überwiegend Zivilpersonen lebten.

Von den USA geführte Streitkräfte flogen Luftangriffe auf IS-Stellungen und andere Ziele, bei denen Hunderte Zivilpersonen getötet wurden. Bis Ende 2016 hatte der Konflikt mehr als 300000 Todesopfer gefordert, 6,6 Mio. Menschen wurden zu Binnenvertriebenen, und 4,8 Mio. Menschen flohen ins Ausland.
(© ai 2017, vollständiger Bericht siehe Link oben)

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