Massive Übergriffe auf kurdische Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos
Am vergangenen Freitag, den 25. Mai 2018, kam es im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos zu massiven gewaltsamen Übergriffen auf kurdische Geflüchtete.
Unter den Opfern der Angriffe sollen insbesondere Angehörige der bedrohten Glaubensgemeinschaft der Eziden sein. Diese seien nach Berichten von Augenzeugen und Flüchtlingshelfern von Dutzenden mit Holzstöcken und Eisenstangen bewaffneten Arabern als „Ungläubige“ beschimpft und angegriffen worden.
Der Angriff ereignete sich demnach deshalb, weil die Personen im islamischen Fastenmonat Ramadan nicht gefastet hätten. Bei den arabisch-stämmigen Angreifern soll es sich nach Augenzeugenberichten aus dem Camp um Sympathisanten radikal-islamistischer Gruppierungen wie dem IS, der Al-Qaida und Al-Nusra-Front gehandelt haben. Bis zu 1000 Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht aus dem Lager Moria nach Mytilini.
NAVEND – Zentrum für Kurdische Studien e.V. verurteilt diese Angriffe auf das Schärfste und weist eindringlich auf die besonders katastrophale Situation für Geflüchtete auf der Insel Lesbos hin. Nach Angaben des griechischen Migrationsministeriums befinden sich derzeit mehr als 7300 Menschen in dem Flüchtlingscamp in Mytilini, das nur für max. 3000 Menschen ausgelegt ist. Die Überforderung der griechischen Behörden führt mitunter dazu, dass besonders stark verfolgte Gruppen wie Kurden – darunter insbesondere die Eziden – oder Christen auch fernab der Kriegsschauplätze Syriens und des Irak massiver Verfolgung ausgesetzt sind.
Die schnellstmögliche Verlegung dieser Menschen auf das griechische Festland ist mitunter notwendig, um weiteren Angriffen und Ausschreitungen vorzubeugen. Allerdings wird dies ohne die Unterstützung weiterer EU-Mitgliedsstaaten nicht möglich sein. Die europäischen Staaten sind daher aufgefordert, auf die katastrophalen Zustände zu reagieren und den Schutz besonders stark verfolgter Gruppen zu gewährleisten.



