News-Eintrag vom 13.12.2018

Bericht zur Veranstaltung in Duisburg: „Gemeinsam durch das Bildungssystem“

Bildung ist der Schlüssel zur Integration, eine Absicherung gegen gesellschaftliche Risiken und ein „Pass für die Zukunft“. Doch das deutsche Bildungssystem ist komplex und gerade für Eltern, die erst seit kurzem hierzulande leben, schwierig zu verstehen.

Um ihnen eine Hilfestellung zu bieten, organisierten ZIUMA – Zentrum für Integrations- und Migrationsarbeit e.V. und NAVEND – Zentrum für Kurdische Studien e.V. die mehrsprachige Informationsveranstaltung „Gemeinsam durch das Bildungssystem in Deutschland: Eltern unterstützen ihre Kinder“ am 29. November 2018 in Duisburg.

Als Auftakt des Nachmittags begrüßten Dagmar Kaplan, Vorstandsmitglied bei NAVEND e.V., und Ipek Gedik, Mitorganisatorin der Veranstaltung und Mitglied des Vorstands von ZIUMA e.V., die TeilnehmerInnen. Sie beide betonten die wichtige Rolle, die Eltern im Bildungserfolg ihrer Kinder einnehmen und zwar vor allem durch ihr persönliches Engagement, sei es in Form von Gesprächen mit LehrerInnen oder die Suche nachUnterstützungsangeboten für die eigenen Kinder.

Im Anschluss an diese Einführung begann der Weg durch die Bildungskette, beginnend mit der Grundschule. Ute Scheffler, selbst Grundschullehrerin und Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums (KI) Duisburg, zeichnete für die Eltern die einzelnen Schritte durch die ersten vier Schuljahre nach, erklärte z.B. das Einschulungsprozedere und das Benotungssystem. Als Übergang zum nächsten Vortrag diskutierten Referentin und Publikum über den Wechsel zur weiterführenden Schule, wobei klar wurde: Letztendlich liegt die Entscheidung bei den Eltern. Hierzu braucht es jedoch Wissen über die verschiedenen Schulformen, ihre Vor- und Nachteile. Diese erläuterte Julia Rombeck, ebenfalls Mitarbeiterin des KI Duisburg, in ihrem darauffolgenden Vortrag und betonte: „Ja, das Schulsystem in Deutschland ist kompliziert, aber wenn man das weiß, kann man anfangen Fragen zu stellen.“

Einen weiteren zentralen Übergangspunkt in der Schullaufbahn der Kinder erörterte Schewa van Uden vom KI Duisburg in ihrem Vortrag: Sie sprach über Perspektiven nach Schulabschluss – auch ohne Abschluss. Dabei legte sie den Schwerpunkt auf drei Möglichkeiten: Die schulische, die duale Ausbildung sowie das Studium. Und auch hier, so die Quintessenz des Vortrags, kommt es wieder besonders auf die Eltern an, die die Stärken ihrer Kinder am besten kennen und dementsprechend wichtige RatgeberInnen sind.

An diesem Punkt setzten die Elternvertreter – Peter Ivankovic vom Elternnetzwerk NRW und Markus Möller, Elternschaft der Duisburger Schulen – in ihren kurzen Vorstellungsrunden an. Eltern müssten sich intensiv für ihre Kinder und deren Belange einsetzen, ob am Elternabend oder im Schulrat. Gerade bei Eltern mit Migrationsgeschichte sei dies noch immer zu selten der Fall und müsste deshalb umso mehr gefördert werden.

Nachdem alle ReferentInnen die Rolle der Eltern im Bildungserfolg betont hatten, begannen die TeilnehmerInnen auch direkt im Anschluss an die Vorträge damit, diesen Rat zu befolgen und sich weitergehend zu informieren. Angeregt diskutierten sie mit den ElternmoderatorInnen vor Ort sowie den ReferentInnen ihre Fragen und Anliegen, was zeigte, dass das Ziel der Veranstaltung – Eltern zu informieren und zu involvieren – gelungen war.

NAVEND e.V. bedankt sich bei all jenen, die am Erfolg dieser Veranstaltung mitgewirkt haben, beginnend bei den ReferentInnen Dagmar Kaplan, Ipek Gedik, Ute Scheffler, Julia Rombeck, Schewa van Uden, Peter Ivankovic und Markus Möller, bei Şahin Kürküt und Awat Said für die Übersetzung und bei den ElternmoderatorInnen für die direkte Unterstützung der Eltern. Besonderer Dank gilt zudem ZIUMA e.V. für die gelungene Zusammenarbeit.

NAVEND – Zentrum für Kurdische Studien e.V. 

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